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Pflanzenschutz Warndienst vom 24.10.2017

Datum: 24.10.2017

Information Warndienst Pflanzenschutz 24.10.2017

Wir informieren Sie über Herbizide in Wintergetreide, Schnecken, Sperrfristverschiebung und Veranstaltungstermine

Herbizideinsatz in Wintergetreide:

Kontrollieren Sie behandelte Bestände. Die sehr frühen Behandlungstermine um die Monatswende September/Oktober mit den deutlichen Niederschlägen haben i.d.R. gut gewirkt. Oft haben die Mischungen mit Lentipur + Bodenpartner etwas gezwickt, dies dürfte sich aber bald verwachsen. Teilweise sind Wirkungsunterschiede je nach Saatbettgüte zu beobachten. Spätere Behandlungen in früh gesäten Beständen müssen kritischer kontrolliert werden, da hier die Niederschläge nach der Spritzung deutlich knapper waren.

In Wintergerste ist jetzt nur noch die Ackerfuchsschwanzbekämpfung mit Axial nötig. Muss nur Ackerfuchsschwanz nachbehandelt werden, sollte Axial möglich kurz vor Vegetationsende („Nikolausspritzung“) eingesetzt werden. Additiv-Zusätze können die Wirkungsgrade stabilisieren.

Die Saattermine nach dem 13. Oktober sind dagegen meist noch unbehandelt. Derzeit zeigt sich für Donnerstag ein kurzes Spritzfenster bevor zum Wochenende wieder Regen gemeldet ist. Herbizideinsätze sollten immer dann noch im Herbst erfolgen, wenn der Fuchsschwanzdruck mittel bis hoch ist, die Flächen erfahrungsgemäß im Frühjahr erst spät zu befahren sind oder erste Wirkungsverluste von Atlantis im Frühjahr auftreten.

Ackerfuchsschwanz im Auflaufen bis max. 1-2-Blatt:

Mischungen mit CTU              

2,0 l Lentipur   + 0,5 l Herold 

70

Sortenverträglichkeit und Drainage-Auflage beachten. Sehr früher   Einsatz mit nachfolgenden Niederschlägen

Lexus-Kombinationen wirken   noch sicher, keine Mittel   mit Wirkklasse „B“ in der Vorfrucht

20 g Lexus + 65 g Alliance / 2,0 Stomp

32-45

Standard-Mischung   bei geringem Druck

10 g Lexus + 100 g Absolute M + 2,5 l   Boxer

56

Wirkungsstarke Mischung. Früher Einsatz.   Wuchshemmung verwächst sich

80 g Vertix/20 g Lexus + 3 l   Malibu

63

Stärkere Bodenwirkung.

Ist bereits größerer Fuchsschwanz zu finden, muss ein blattaktives Mittel wie z.B. Atlantis oder Traxos eingesetzt werden. Bei sehr hohem Druck kann eine Mischung mit einem Bodenpartner wie z.B. Herold oder etwas verträglicher mit Malibu kombiniert werden. Auch Boxer-Zusätze sind möglich, allerdings zu Lasten der Verträglichkeit.

Gerne können wir mögliche Mischungen Vor-Ort oder telefonisch unter 06281-52121604 klären.

Achten sie unbedingt auf die Auflagen und Anwendungsbestimmungen. Bereits letztes Jahr sind bei Prosulforcarb (Boxer, Jura) und Pendimethalin-Produkten (u.a. Stomp, Addition) zusätzlich folgende Auflagen einzuhalten:

  • Wasseraufwandmenge mind. 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90% auf der gesamten Fläche
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

Halten Sie auch die Gewässerabstände ein. Generell gilt der 5 m Abstand, bei einigen Produkten sind in Abhängigkeit von der verwendeten Düse auch weitere Abstände einzuhalten.

Es werden zu allen Auflagen Kontrollen durchgeführt!

 

Schnecken:

Achten Sie weiterhin v.a. in Weizen nach Raps auf Schnecken.

 

Blattläuse:

Teilweise wurden letzte Woche Insektizideinsätze gefahren. In warmen und geschützten Lagen waren bei der sonnigen Witterung stellenweise Läuse zu finden. Hier waren erste Insektizideinsätze sinnvoll. Derzeit ist der Zuflug gering, so daß momentan keine Insektizide nötig sind.

 

Verschiebung Sperrfrist auf Grünland

Für den gesamten Neckar-Odenwald-Kreis ist eine Allgemeinverfügung über die Verschiebung der Sperrfrist auf Grünland erlassen.

Für Dauergrünland ist für den Landkreis Neckar Odenwald der Verbotszeitraum für die Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Stickstoffgehalten, ausgenommen Festmist von Huf-und Klauentieren oder Komposte, auf den 15. November 2017 bis 14. Februar 2018 festgelegt. In diesem Zeitraum ist es untersagt vorgenannte Düngemittel auszubringen.

Unbeschadet dieser vorgesehenen Änderung sind alle weiteren Vorgaben der Düngeverordnung zu beachten. Insbesondere dürfen stickstoff- oder phosphathaltige Düngemittel nicht aufgebracht werden, wenn die Böden nicht aufnahmefähig sind. Die maximale Aufbringmenge im Herbst beträgt 60 kg Gesamtstickstoff je Hektar.

Die Verschiebung der Verbotszeiträume gilt nicht für Wasserschutzgebiete. Auf die Bestimmungen der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO) wird ausdrücklich hingewiesen.

Die Stickstoffgaben sind mit ihrem anrechenbaren Stickstoffanteil (Werte nach Anlage 3 der DüV, mindestens jedoch der verfügbare Stickstoff bzw. Ammoniumstickstoff) bei dem ermittelten N-Düngebedarf im Folgejahr in Ansatz zu bringen. Hierfür sind die ausgebrachten Düngermengen zu dokumentieren.

Die Aufbringung oben genannter Düngemittel soll auf möglichst ebenen Flächen erfolgen.

Veranstaltungen:

  • 4-stündige Sachkunde-Fortbildung am 15.12.2017 um 13:30 Uhr beim Fachdienst Landwirtschaft. Um Anmeldung unter 06281-52121600 wird gebeten.
  • Am 13.11.2017 findet ab 13.00 Uhr in der Sonnenberghalle in Angelbachtal, Schulstraße 30, eine Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums Karlsruhe zur neuen Düngeverordnung statt. Bitte nehmen Sie diese Möglichkeit war, um sich mit diesem komplexen Thema auseinander zu setzten

 

gez. Nina Waldorf LRA Neckar-Odenwald-Kreis, Fachdienst Landwirtschaft



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